Hallo! Es ist sieben Uhr morgens und ich kann nicht mehr schlafen… Das ist mir schon lange nicht mehr passiert! Nach dieser sehr aufregenden Woche voller Eindruecke und vor allem nach der langen Reise war ich gestern so muede, dass ich (zu) früh zu Bett ging, weshalb jetzt der Jetlag zuzuschlagen scheint. Na ja, ich nutze die Zeit, um euch ein wenig zu berichten vom gestrigen Tag. In der naechsten Zeit werde ich dann auch Eindruecke aus Guilin und Xian niederschreiben, und natuerlich kriegt ihr Fotos. Die Einträge könnten ziemlich lang werden, denn ich möchte auch für mich die Erinnerungen festhalten.
Unsere Reise begann am Freitag um 13 Uhr mit der langen Fahrt von Yangshuo zum Flughafen in Guilin. Ueber drei Stunden vor Abflug waren wir bereits beim Checkin, wo leider ein sehr prinzipientreuer Chinese sass, der gar keine Nachsicht fuer unsere schweren Koffer hatte. Kleider fuer fast 4 Wochen, 13 Bridgebulletins und viele Souvenirs ergaben satte 29 Kilo für mein Gepäck. Lola, unsere chinesische Führerin, meinte, ich solle doch einfach einiges ins Handgepäck umpacken, um die Zuzahlung zu vermeiden. Nur blöd, dass der Check-in-Mensch meinen Koffer bereits auf dem Fliessbahn hat davon fahren lassen. Nach langem Hin und Her rückte er schliesslich einen kleinen Zettel raus, mit dem Lola und ich dann durch den halben Flughafen rannten, auf der Suche nach dem Gepäckraum. Schliesslich liess sich ein Securitymann überreden, meinen Koffer wieder rauszurücken, damit ich umpacken konnte. Leider war der Gepäckschalter gleich neben dem Ankunftsgate, so dass rund 200 wartende Chinesen sich um mich scharten und ungeniert zuschauten, wie ich mit rotem Kopf in meinen Sachen wühlte, um alles schwere in den Rucksack umzuschichten…
Mit rund 15 Kg auf dem Rücken spazierte ich dann ganz locker und lächelnd durch die Security, unter den grossen roten Bannern durch, die verkündeten, dass das Handgepäck maximal 5 kg wiegen sollte. Es ging alles gut, und wir waren auch pünktlich am Abfluggate, ganz im Gegensatz zum Flugzeug. Das sei nämlich wegen Traffic conjestion (Orginalanschrift!) noch an seinem Ausgangsort stecken geblieben, weshalb sich unser Abflugzeitpunkt um unbekannte Dauer verschob. Da das einzige Restaurant in der Abflughalle für eine Tasse Tee 60 Yuan berechnete, rund zehnmal den Normalpreis und umgerechnet etwa 10 Franken, blieb uns nichts anderes übrig, als uns am Kiosk mit Keksen und Mentos einzudecken und die Zeit mit Bridgespielen zu vertreiben. Wir hatten zwar zum Glück in Peking zum Umsteigen 6 Stunden Zeit eingerechnet, wurden aber trotzdem langsam etwas nervös. Denn da wir mit zwei verschiedenen Fluggesellschaften flogen, würde unser Air China Flugzeug nach Frankfurt sicher nicht auf uns warten.
Endlich, nach 20 Uhr statt um 17 Uhr 30, starteten wir zum dreistündigen Flug von Guilin nach Peking. Dort mussten wir zuerst mal vom „alten“ Terminal 1 zu der niegelnagelneuen, glitzernden Halle des Terminal 3 kommen, was doch auch relativ lang dauerte, unsere Koffer wieder umpacken und schliesslich einchecken. Da es mittlerweile nach 1 Uhr nachts war, waren fast alle Geschäfte im Flughafen geschlossen und wir suchten verzweifelt eine Möglichkeit, unsere letzten Yuan loszuwerden, die man in der Schweiz nicht zurücktauschen kann.

Flughafenhalle
Voll bis auf den letzten Platz hob das Flugzeug pünktlich ab, und lange 10 Stunden Flug mussten irgendwie durchgebracht werden. Das Filmangebot hatte sich in den vier Wochen nicht verändert, so dass mir nichts anderes übrig blieb als zu schlafen. Ich glaube, so 3, 4 Stunden Schlaf habe ich trotz unbequemen, engen Sitzen (die Chinesen sind alle so klein!) und lauten Motoren hingekriegt. Um 4 Uhr morgens gingen die Lichter an, und ein köstliches Frühstück wurde serviert: Reis und Fisch! Mir wurde allein vom Geruch schlecht. In Frankfurt führte deshalb unser erster Gang zum Bretzelstand, mmmh!
Noch vier Stunden Zugfahrt bis Zürich, dann war die 27-stündige Reise endlich zu Ende. Ich war natürlich sehr glücklich, Micha wiederzusehen, und auch über den grossen Teller Pasta mit Tomatensauce habe ich mich sehr gefreut. Drei Maschinen Wäsche sind bereits gewaschen, 120 Emails gelesen und 5kg Post habe ich auch durchgeschaut. Jetzt geht’s ans Sortieren der 450 Fotos. Zuerst aber freue ich mich auf ein grosses Frühstück mit viiiiiiiel Käse!
Bis später,
Miriam